10.09.2025 10:09
Durchwachsene Badisaison
Heisser Juni und hohe Besucherzahlen Mitte August
Ein Rückblick auf die Badesaison 2025 zeigt: Sie war so launisch wie das Wetter selbst.Einem kühlen Start im Maifolgte ein brütend heisser Juni und Sommerferien mit viel Regen. Entsprechend durchwachsen präsentiert sich die Saison, wie eine Umfrage der Bodensee Nachrichten zeigt.
Region Kaum hat der meteorologische Herbst am 1. September Einzug gehalten, zeigten sich auch die Temperaturen von ihrer kühlen Seite und die Freibäder in der Region haben sich geleert. Nur noch ein paar hartgesottene Wasserratten tummeln sich dort, bevor am 7. oder spätestens am 14. September endgültig Schluss ist mit Planschvergnügen unter freiem Himmel. Für Yves Weder, Bademeister im Strandbad Rorschach, war die diesjährige Sommersaison speziell: Die Bassins konnten nicht wie geplant zu Beginn der Sommersaison geöffnet werden, da die Chromstahlbecken nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnten. «Das Strandbad mit Seezugang blieb aber trotzdem während der ganzen Saison geöffnet und ein Bademeister war stets vor Ort», sagt Weder.
Als Goodwill seitens der Stadt Rorschach war der Eintritt kostenlos und die gesamte Infrastruktur inklusive Umkleidekabinen, Wasserflösse und Sprungturm konnten kostenlos genutzt werden, was von derBevölkerung sehr geschätzt worden sei. An den heissen Spitzentagen im Juni und im August wurden bis zu 1'500 Besucherinnen und Besucher im Strandbad gezählt, was natürlich nur etwa ein Drittel so viel war wie in den Vorjahren, als die Schwimmbecken ebenfalls genutzt werden konnten. Dies sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass Vereine und Schlugruppen fernblieben. Am 14. September ist aber mit dem Badevergnügen Schluss und per Ende September/anfangs Oktober kann dann der Seeweg entlang des Bodenseeufers wieder von Spaziergängerinnen und Spaziergängern genutzt werden. «Für die Badesaison 2026 haben wir dann aber mit dem neuen Strandbad, dessen Technik und Hygiene auf dem neuesten Standpunkt sind, eine echte 'Perle' am Seeufer», ist Yves Weder überzeugt.
Gäste wichen nach Goldach aus
Eine «bemerkenswerte Entwicklung» verzeichnete dann auch die Badi in Goldach, da viele Gästeaufgrund der Sanierungsarbeiten der Rorschacher Badi nach Goldach ausgewichen seien, wie Gemeindeschreiber Lukas Länzlinger sagt. Entsprechend verlief dort die Badesaison «insgesamt erfreulich und ohne besondere Zwischenfälle». Der kühle Juli habe sich allerdings spürbar auf die Gästezahlen ausgewirkt. Der Badebetrieb in Goldach endet am kommenden Sonntag, 13. Juli.
Badi Speck: Zwischen Sonnenhoch und Sommerflopp
Auch in der Badi Speck in Staad war die Badesaison eine echte Achterbahnfahrt – mit Tiefen und Höhen. «Der Mai war leider ein Fehlstart, im Juni dagegen dachten wir schon, der Sommer wird ein Hit», erinnert sich Thomas Tobler, Chefbademeister der Badeanstalten Thal. Doch dann kam der Juli – und mit ihm die kalte Dusche für alle Hoffnungen: «Die gesamte Ferienzeit war ein Flopp.» Absolute Spitzentage mit sehr hohen Besucherzahlen hingegen waren der 22. und 29. Juni sowie der 10. August.
Während die Seebadi und das Restaurant stets geöffnet hatten, mussten die von Bademeistern überwachten Bassins teilweise geschlossen bleiben – zu kalt, zu nass, zu wenig Badegäste. Und das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1'000 Eintrittstickets, rund acht Prozent weniger, verkauft. Gegenüber 2023 waren es sogar 2'000 Eintritte weniger. Trotzdem ist Tobler mit der Saison zufrieden – weniger wegen der Zahlen, sondern weil die Saison ohne Unfälle, Vandalismus oder andere unschöne Zwischenfälle über die Bühne ging. Die Badi bleibt noch bis 7. September geöffnet.
Astrid Nakhostin