Alexandra Musnig
wurde in die Kirchenvorsteherschaft Thal-Lutzenberg gewählt
Der slowUp Bodensee steht auf der Kippe. Der Trägerverein wollte die finanzielle Schieflage durch den Verkauf von Vignetten abfedern. slowUp-Vignetten wurden zahlreich verkauft. Ob dadurch das Aus verhindert werden konnte, ist noch offen.
Bodensee Sonnenschein, lachende Gesichter und 40 Kilometer verkehrsfreie Strasse. Velofahrerinnen, Inlineskater und Spaziergängerinnen genossen am Sonntag den 24. slowUp Bodensee. Kulinarische Stände, Spiel und Unterhaltung machten den Tag zu einemfröhlichen Erlebnis. Doch hinter dem bunten Treiben steht die Zukunft des Anlasses auf der Kippe. Der slowUp Bodensee steckt in finanzieller Schieflage. Es könnte die letzte Ausgabe gewesen sein.
Erstmals wurden deshalb entlang der Strecke Vignetten verkauft. Wer eine kaufte, unterstützte damit direkt den slowUp. Die Einnahmen sind wegweisend. Denn am 27. Oktober entscheidet der Trägerverein, ob es den slowUp weiterhin gibt. Die erzielten Einnahmen aus dem Vignettenverkauf spielen eine Schlüsselrolle. OK-Präsident Rolf Müller sagt: «Wir haben rund 5'500 Vignetten und nochmals 1000 Medaillen für Kinder verkauft.» Sein erstes Bauchgefühl: positiv.
«Wir vom Trägerverein sind der Meinung, dass das Angebot wieder reduziert werden muss.» Bisher kostete eine Austragung etwa 160'000 Franken. Neu will Müller mit seinem Team die Ausgaben auf rund 110'000 Franken senken. «Mit diesem Ziel und dem Erfolg beim Verkauf der Vignetten und Medaillen bin ich guter Dinge, dass der slowUp nächstes Jahr wieder stattfinden wird. Definitiv ist das allerdings nicht.» Denn einfach ist die Rechnung nicht. «Der Verkaufspreis ist nicht der effektive Gewinn», betont Müller. Die Einnahmen helfen. Doch ob sie den grössten Brocken sichern – ein 30-Prozent-Pensum bei Thurgau Tourismus, nur für den slowUp – entscheidet sich erst im Oktober.
Abseits der Zahlen zelebrierten rund 38'000 Teilnehmende den autofreien Tag. Thurgauer Obstbauern luden zu Degustationen ein. In Arbon lockte die Alpine Sauna, die Famigros-Zone sorgte für Spiel und Spass, PADL Bodensee brachte Besucherinnen und Besucher aufs Wasser. Die Stimmung war ausgelassen, grössere Zwischenfälle gab es keine, heisst es vonseiten Thurgau Tourismus.
Unter den Besuchenden weibelte OK-Präsident Rolf Müller um den Erhalt des Anlasses. Denn er sieht im slowUp mehr als ein Freizeiterlebnis. «Ich kam mit vielen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Dabei spürte ich, dass der slowUp den Menschen am Herz liegt und der Event von grosser Bedeutung in der Region ist.»
Von Marino Walser
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