Milchbauern warnen vor Folgen der Ernährungsinitiative
Auf der Schwägalp haben die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost ihre Kampagne gegen die Ernährungsinitiative gestartet.
Der Vorstand der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost inklusive der GPK und Geschäftsstelle mit Banner gegen die Abstimmung Ernährungsinitiative. Bild: pd
Auf der Schwägalp haben die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost ihre Kampagne gegen die Ernährungsinitiative gestartet.
Abstimmung Der Vorstand der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) traf sich am Sonntag zum «Tag des letzten Raclette» auf der Schwägalp. Das geht aus einer Medienmitteilung der Genossenschaft hervor. Die Vorstandsmitglieder sind nach Angaben der Genossenschaft aktive Milchbäuerinnen und Milchbauern. Sie äusserten sich besorgt über mögliche Folgen der Ernährungsinitiative für die Schweizer Milchproduktion. Das Raclette stand dabei für die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette. Am Anfang stehen die Bauernfamilien, ihre Flächen und ihre Tiere. Die Kühe verwerten Gras und Raufutter und liefern Milch. Diese wird anschliessend von Molkereien und Käsereien zu Lebensmitteln verarbeitet.
Die Ernährungsinitiative verlangt einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent. Nach Ansicht der VMMO wäre dieses Ziel nur mit einer deutlichen Einschränkung des Konsums tierischer Lebensmittel erreichbar. Die Genossenschaft rechnet in diesem Fall zudem mit höheren Preisen und mehr Einkaufstourismus.
«Bei einem Ja wird das Raclette natürlich nicht am nächsten Tag verboten», sagte VMMO-Präsident Reto Schaufelberger. Der politische Rahmen für die Landwirtschaft würde sich jedoch verändern. Das betreffe die Betriebe, Investitionen und die Zukunft der Milchproduktion.
Landwirtschaft soll passen
Die VMMO fordert eine Landwirtschaft, die sich an den natürlichen Voraussetzungen orientiert. Boden, Klima und Topografie bestimmten, welche Nutzung an einem Ort sinnvoll sei. Das gelte sowohl für das Tal als auch für die Berggebiete.
Für die VMMO spielt die Tierhaltung insbesondere in den Berg- und Alpgebieten eine wichtige Rolle, ist der Mitteilung zu entnehmen. Ohne Nutztiere könnten Flächen nicht wie bisher bewirtschaftet werden. Die Genossenschaft warnt vor Verbuschung und Verwaldung sowie dem Verlust von Kulturlandschaften.
«Die Schweiz braucht Pflanzenbau und Tierhaltung», sagte Schaufelberger. Wo Ackerbau sinnvoll sei, solle Ackerbau betrieben werden. Auf Flächen, auf denen Gras wachse, könnten Kühe dieses in Milch und Käse umwandeln.
Kartoffeln auf der Schwägalp
Wie wenig sich landwirtschaftliche Flächen allein nach theoretischen Vorgaben beurteilen lassen, wollten die Milchbauern mit einer Aktion auf der Schwägalp zeigen. Auf rund 1300 Metern Höhe pflanzten die Anwesenden Kartoffeln.
Kartoffeln könnten zwar auch in dieser Höhe wachsen, argumentiert die VMMO. Eine Wiese werde dadurch jedoch nicht automatisch zu geeignetem Ackerland. Die landwirtschaftliche Nutzung müsse sich deshalb nach den natürlichen Gegebenheiten richten.
Abstimmung Ende September
Über die Ernährungsinitiative stimmen die Schweizerinnen und Schweizer am Sonntag, 27. September, ab.
mw
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