Schwingen: Rorschach kämpft um das Kantonale 2028
Mehr als ein Jahrhundert nach der letzten Austragung soll in Rorschach bereits 2028 wieder ein grosses Schwingfest über die Bühne gehen.
Das Schwingfest 2028 soll auf dem Areal vor und neben dem Würth-Haus stattfinden
Mehr als ein Jahrhundert nach der letzten Austragung soll in Rorschach bereits 2028 wieder ein grosses Schwingfest über die Bühne gehen.
Schwingsport Nach 112 Jahren könnte Rorschach wieder zum Treffpunkt der Schwinger-Elite werden: Der neu gegründete Trägerverein SKS Rorschach 2028 will das 113. St. Galler Kantonale Schwingfest an den Bodensee holen. Der Entscheid über die Vergabe fällt im November 2026 an der Delegiertenversammlung des St. Galler Kantonalen Schwingverbands. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren.
Erst im September 2025 wurden die ersten Gespräche geführt – inzwischen steht das Organisationskomitee vollständig. Ende April folgte die offizielle Gründung des Trägervereins, der gemeinsam mit dem Rheintal Oberländer Schwingerverband die Durchführung plant. Für die Verantwortlichen ist klar: Das traditionsreiche Fest soll nach über einem Jahrhundert zurück nach Rorschach.
«Wir trafen überall auf offene Türen und stiessen auf sehr viel positive Resonanz», sagt OK-Co-Präsident Rüegg. Schwierigkeiten, genügend Bereitwillige für das Organisationskomitee zu finden, gab es keine. Der Schwingsport erlebe seit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis einen regelrechten «Hype». Zudem verfüge Co-Präsident Max Müller als Initiant und passionierter Schwingfan über ein starkes Netzwerk innerhalb derSzene.
Dass Rorschach seit über 110 Jahren kein kantonales Schwingfest mehr austragen durfte, hat lautMüller vor allem geografische und traditionelle Gründe. ObwohlRorschach zum Rheintal-Oberländer Schwingerverband gehört, sei der Schwingsport im «klassischen» Rheintal stärker verwurzelt. Deshalb fanden die grossen Feste bisher eher in Orten wie Widnau oder Balgach statt. Die Chancen auf den Zuschlag beurteilt das OK dennoch optimistisch. Die Bewerbung sei beim Verband positiv aufgenommen worden.
Wo aber gibt es in Rorschach eine Fläche, die ausreichend Raum für einen solchen Grossanlass bietet? Gemäss Rüegg soll der Wettkampfplatz inklusive Zuschauerbereich auf dem Areal vor und neben dem Würth-Haus entstehen. Die Zustimmung der Stadt sowie der Verantwortlichen der Würth AG liegengemäss Rüegg bereits vor. Für das Festzelt werden zusätzliche Flächen benötigt.
Auch finanziell ist das Vorhaben ambitioniert. Rund eine halbe Million Franken kostet die Durchführung des Traditionsanlasses. Diesen Betrag muss das Organisationskomitee selbst aufbringen. Unterstützung erhält das Projekt bereits von der Stadt, insbesondere bei Bewilligungen und organisatorischenFragen. Natürlich hoffen die Verantwortlichen auf einenzusätzlichen finanziellen «Zustupf» seitens Stadt. Eine entsprechende Zusage steht im Moment noch aus.
Für Stadtpräsident Röbi Raths ist klar, dass das Schwingfest 2028 mit der traumhaften Kulisse am See bei hoffentlich schönem Wetter ein «Hammerfest» wird. Es sei es ja nach über 100 Jahren auch an der Zeit, wieder einmal ein kantonales Schwingfest durchzuführen. «Wir werden das OK dabei nach besten Kräften unterstützen», hält er fest. Sollte Rorschach den Zuschlag für das Kantonale 2028 erhalten, würde dies der Hafenstadt ein grosses mediales Interesse bescheren und Rorschachs Bekanntheitsgrad nicht nur in Schwingerkreisen steigern.
Von Astrid Nakhostin
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