40 Kilometer Freiheit entlang des Bodensees
Nach der finanziellen Krise steht die 25. Ausgabe des Grossanlasses. Am 30. August gehört die Strasse wieder den Muskelkraft-Fans.
Der slowUp Bodensee stand nach der letzten Ausgabe 2025 vor dem Aus. Nun aber ist klar: auch dieses Jahr gibt es wieder eine Ausgabe des beliebten Anlasses. ⋌Bild: pd
Nach der finanziellen Krise steht die 25. Ausgabe des Grossanlasses. Am 30. August gehört die Strasse wieder den Muskelkraft-Fans.
Motorlos Der slowUp Bodensee hat eine schwierige Zeit hinter sich. Vor einem Jahr war unklar, ob der
beliebte Grossanlass überhaupt weiterbestehen kann. Heute ist die Zukunft vorerst gesichert. Am Sonntag, 30. August, findet der slowUp zum 25. Mal statt.
40 Kilometer Strasse. Kein Motorenlärm. Dafür Velos, Inline-Skates, Longboards und allerlei Spassmobile. Von 10 bis 17 Uhr führt die Strecke durch Dörfer, Obstgärten und Naturlandschaften – und immer wieder dem Bodensee entlang. Autos müssen draussen bleiben. Die Sperrung der Strassen dauert von 9 bis 18 Uhr.
Der slowUp stand vor dem Aus
Dass es überhaupt weitergeht, ist nicht selbstverständlich. Im vergangenen Jahr kämpfte der Trägerverein mit steigenden Kosten und einer angespannten Finanzlage. Eine Austragung kostete rund 160'000 Franken. Das war zu viel. Die Organisatoren reagierten. Sie strichen Leistungen und wollten die Kosten auf rund 110'000 Franken senken. Gleichzeitig führten sie erstmals eine slowUp-Vignette ein. Wer fünf Franken bezahlte, unterstützte damit den Anlass. Kinder erhielten für denselben freiwilligen Beitrag eine Medaille. Das Konzept funktionierte. Rund 5500 Vignetten und 1000 Kindermedaillen wurden 2025 verkauft. Dazu kamen Beiträge von Gemeinden, Sponsoren und weiteren Partnern. Ende Oktober war klar: Der slowUp Bodensee kann weiterleben. Die Schlussrechnung fiel positiv aus. Erstmals seit längerer Zeit konnten sogar wieder finanzielle Reserven gebildet werden. Die Krise ist damit nicht einfach vergessen. Sie hat den Anlass verändert. Neue Finanzierungswege sollen ihn unabhängiger machen. Und die Vignette bleibt.
Fünf Franken für den slowUp
Auch 2026 bitten die Organisatoren die Teilnehmenden um Unterstützung. Für fünf Franken gibt es eine slowUp-Vignette oder eine Medaille für Kinder. Die Vignette ist zugleich ein kleines Dankeschön: Wer sie kauft, erhält acht Vorteile bei slowUp-Partnern. Dazu gehören etwa ein kostenloser Kaffee, ein Kochlöffel oder ein Eintritt ins MoMö-Museum. Die Vignette soll damit mehr sein als ein Spendenzeichen. Sie verbindet Unterstützung mit einem konkreten Nutzen. Erhältlich sind Vignetten und Medaillen an Verkaufsstellen in Steinach, Romanshorn und Roggwil sowie in zahlreichen Festwirtschaften entlang der Strecke.
Bewegung, Geschichte und Sauna
Wer die 40 Kilometer nicht am Stück fahren will, kann jederzeit einsteigen oder nur eine Teilstrecke absolvieren. Unterwegs gibt es einiges zu entdecken.
In Roggwil stehen ein Velo-Parcours und kostenlose Schlossführungen auf dem Programm. In Horn wartet eine Spiele-Erlebniswelt auf Kinder und Familien. Am Hafen in Arbon sorgen eine Bobbahn und eine mobile Sauna für ungewöhnliche Abwechslung.
Auch kulinarisch wird der 25. slowUp international. Die Festwirtschaften bieten mexikanische, brasilianische, italienische, bayerische und Schweizer Spezialitäten an.
Und wenn am Velo etwas klemmt, helfen Reparaturposten entlang der Strecke bei kleineren Pannen. Denn wenns rund läuft, ist es am Schönsten.
Wichtiger Anlass
Der slowUp Bodensee ist längst mehr als ein Velotag. Rund 38'000 Menschen nahmen 2025 teil. Sie radelten, skateten, spazierten und feierten entlang der Strecke. Gerade diese Masse macht den Anlass für die Region wertvoll – aber auch teuer. Die Rettung des slowUp war deshalb eine Gemeinschaftsaufgabe. Gemeinden, Sponsoren, Partner, Helfende und Teilnehmende tragen dazu bei, dass die Veranstaltung weiterbestehen kann.
Nun steht die 25. Ausgabe bevor. Der slowUp Bodensee ist damit zurück.
Von Marino Walser
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